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Werke

2017

Mutmassungen über Jakob

Werke 2

2019

Das dritte Buch über Achim

Werke 3

In Bearbeitung

Karsch, und andere Prosa

Werke 4

In Bearbeitung

Zwei Ansichten

Werke 5

Mutmassungen über Jakob

2017
Werke 2


Herausgeber des Printbandes:

Astrid Köhler, Robert Gillett, Cornelia Bögel und Katja Leuchtenberger unter Mitarbeit von Johanna Steiner

Umsetzung der digitalen Fassung:

Christian Riedel, Fabian Kaßner, Marc Lemke

»Aber Jakob ist immer quer über die Gleise gegangen.« – Mit diesem Satz beginnt der von Uwe Johnson im Alter von 25 Jahren veröffentlichte Debütroman Mutmassungen über Jakob. In ihm steht der Tod von Jakob Abs im Mittelpunkt – von der Flucht aus der DDR und vom Staatssicherheitsdienst ist die Rede, vom Leben im Rhein-Main-Gebiet (Westen) und vom Dasein in Mecklenburg (Osten), von Liebe und Verrat, vom Aufstand in Ungarn und von der Krise um den Suezkanal. Bereits hier begegnen wir einem Großteil der Menschen, die seinen Personenkosmos bis zu den Jahrestagen prägen werden.
1959 erfolgte die erste Publikation des Autors mit Diplomexamen (Germanistik, Leipzig) in einem westdeutschen Verlag: was unmittelbar die Etikettierung Uwe Johnsons als »Dichter der beiden Deutschland« nach sich zog. Solche Einordnung verbat er sich. Trotzdem bleibt Johnson der Erzähler von Ost wie West.


Der Text

Der Romantext der Rostocker Ausgabe wird sowohl im 2017 erschienenen Buch als auch in der digitalen Fassung als kritisch aus dem Archivmaterial edierter Text präsentiert.
Der Stellenkommentar steht in zwei Apparaten zur Verfügung.

Textkritischer Kommentar

Durch eine Auswahl an Korrekturen und Varianten werden die textgenetischen Entwicklungen des Romans nachvollziehbar, die Arbeitsgänge des Autors sichtbar. Die Varianten sind beschreibend dargestellt, nicht aber kommentierend interpretiert.

Sachkommentar

Gemäß dem Leitgedanken »Ermächtigung, nicht Entmündigung des Lesers« wird hier das inhaltliche Verständnis einzelner Textstellen sichergestellt: Fremdsprachige und mundartliche Textstellen sind übersetzt, Begriffe erklärt, Geografika sowie Persönlichkeiten und historische Sachbezüge erläutert. Zudem sind intertextuelle Bezüge und die von Johnson benutzten Quellen nachgewiesen, Romanfiguren mit Blick auf Sachinformationen wie z.B. Namenswahl, Namensbedeutung und Funktion innerhalb des Romans sowie innerhalb von Johnsons Gesamtwerk erläutert, ohne dem Lektüreerlebnis anderer Johnson-Texte vorzugreifen. Interpretation und literaturwissenschaftliche Deutung sind vom Sachkommentar ausgeschlossen.

Die digitale Fassung

Die vorliegende Version der Digitalausgabe von Mutmassungen über Jakob (2020, Versionsnummer 0.2) umfasst mit Kapitel I und II etwa die Hälfte des Romans. Gezeigt werden alle Textstufen, und zwar sowohl als Faksimiles als auch in der Transkription. Alle Änderungen, die Johnsons Text vom ersten erhaltenen Typoskript bis zur Rostocker Ausgabe durchlaufen hat, sind zeilengenau verzeichnet. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich schwer lesbare Handschriftpassagen mit der Maus direkt auf dem Faksimile anzeigen zu lassen. Die Vollversion wird den gesamten Romantext in allen Textstufen umfassen. Mit Fortschreiten der Edition werden Apparat und Register band- und abteilungsübergreifend untereinander vernetzt und mit Datenbanken hinterlegt. Auf diese Weise wird Uwe Johnsons Konzept des Gesamtwerks Rechnung getragen, das auch Briefe und Schriften einschließt.

Die Textstufen

Erstes erhaltenes Typoskript (MJI)

Die erste erhaltene Fassung umfasst 230 maschinenschriftliche Blätter sowie ein handschriftliches Blatt. Jedes Blatt ist in zwei Spalten geteilt und in einzeiligem Abstand beschrieben: in der rechten Spalte steht jeweils der Romantext, die linke ist frei für Änderungen, Anmerkungen und Korrekturen, die, soweit sie handschriftlich sind, durchgängig von Johnsons Hand stammen.
Auf der ersten Typoskriptseite hat Johnson notiert: »Leipzig Braustr 6758« – er hat mit der Niederschrift demnach am 6. Juli 1958 in der Leipziger Braustraße begonnen.
Aus vergleichbaren Anmerkungen ist zu rekonstruieren, dass Johnson das Typoskript an wechselnden Schreiborten bis zum 4. Dezember 1958 niedergeschrieben und bis in den Januar 1959 hinein handschriftlich überarbeitet hat. Dabei lassen sich nur sehr bedingt stichhaltige Schlüsse darüber ziehen, wann, wie und in welcher Reihenfolge er gearbeitet hat. Zudem kann nicht sicher davon ausgegangen werden, dass die maschinenschriftlichen Stellen immer eine frühere Bearbeitungsstufe darstellen als die handschriftlichen.
Sicher ist, dass es sich bei dieser ersten erhaltenen Fassung nicht um die erste Niederschrift des Textes handeln kann.

Zweites erhaltenes Typoskript (MJII)

Die zweite erhaltene Fassung umfasst 346 Blätter. Der Romantext ist mit zweifarbigem Farbband in anderthalbzeiligem Abstand getippt, dabei sind die für den Kursivdruck vorgesehenen Passagen jeweils rot geschrieben.
Die meisten Änderungen aus dem ersten Typoskript sind umgesetzt, diese Fassung wurde erkennbar als Reinschrift für den Verlag angefertigt. Daher lässt sich die Niederschrift grob auf die Zeit zwischen Dezember 1958 (nach Abschluss der maschinenschriftlichen Arbeit am ersten Typoskript) und März 1959 datieren (als Johnson dieses zweite Typoskript beim Suhrkamp Verlag einreichte).
Nur an wenigen Stellen gibt es noch maschinenschriftliche Änderungen, der überwiegende Teil wurde handschriftlich vorgenommen. Dabei lassen sich neben Johnsons Hand (mindestens) fünf weitere Handschriften identifizieren, die allesamt auf Mitarbeiter des Suhrkamp Verlags zurückgehen – darunter ein Bleistift aus dem Korrektorat und ein Grünstift aus der Herstellung sowie der blaue Kugelschreiber von Verlagsleiter Siegfried Unseld, der gleich auf dem ersten Blatt den Romantitel notierte und in den ersten beiden Kapiteln des Romans u.a. die Leerzeilenstruktur einzeichnete.

Korrekturfahne (MJIII)

Der Fahnenabzug des Romans enthält den vom Verlag gesetzten Romantext auf 163 fortlaufend paginierten, langformatigen Blättern – den sogenannten ›Fahnen‹.
Die handschriftlichen Spuren im Fahnenabzug dokumentieren, dass dieses Exemplar sowohl vom Autor durchgesehen wurde als auch verschiedene Abteilungen im Verlag durchlaufen hat. Johnson hat die Fahnen Mitte Juli 1959 erhalten und seine Änderungen mit schwarzer Tinte eingetragen. Gleich auf dieser ersten Fahne hat ein Verlagsmitarbeiter – wahrscheinlich Christoph Wilhelmi, der Leiter der Herstellungsabteilung – mit blaugrauer Tinte das Korrekturzeichen für Leerzeilen erklärt und außerdem vermerkt, dass er die Hinweise aus dem Korrektorat in dieses Exemplar übertragen hat. Darüber hinaus finden sich in den Fahnen gelegentlich Anstreichungen fremder Schreibhände mit Bleistift oder mit kräftigem rotem Buntstift. Auch der Grünstift eines Herstellers und der Bleistift eines Setzers zum Stand der Satzarbeiten lassen sich ermitteln.

Umbruch (MJIV)

Der Umbruch des Romans enthält den gesamten Text in fertig umbrochenen, aber noch nicht gebundenen Buchseiten auf insgesamt 77 Blättern. Jedes Blatt ist mit vier Buchseiten bedruckt (je zwei vorne und hinten), die Blätter sind in der Mitte gefalzt und mit offener Falz bogenweise in Viererlagen abgelegt.
Verschiedene Schreibhände haben mit unterschiedlichen Stiften letzte Korrekturen, Änderungen und Satzhinweise eingetragen. Am Nacheinander der Handschriften ist zu erkennen, dass der Umbruch mehrere Verlagsabteilungen durchlaufen hat: So wurden Bleistiftnotationen mitunter vom blauen Kugelschreiber gestrichen, der seinerseits manchmal mit rotem Buntstift ausgestrichen ist.
Johnsons Handschrift findet sich in diesem erhaltenen Exemplar nicht. Es ist jedoch sicher, dass er ein anderes Exemplar des Umbruchs, das als ermittelt, aber nicht erhalten gelten muss, selbst durchgesehen und handschriftlich bearbeitet hat. Das geht eindeutig aus seinem Briefwechsel mit dem Verlag hervor.

Erstausgabe des Romans (MJEA)

Die Erstausgabe von Mutmassungen über Jakob umfasst 308 Seiten. Sie wurde in einer Auflagenhöhe von 5.200 Exemplaren gedruckt und im Oktober 1959 an den Buchhandel ausgeliefert.

Rostocker Ausgabe (MJRA)

Für die Rostocker Ausgabe wurde der Roman als verlässlicher Lesetext kritisch ediert, d.h., der Text wurde mit Blick auf den Autorwillen hergestellt und – wo nötig – aus den überlieferten Textstufen rekonstruiert.
Grundlage ist der von Johnson zum Druck freigegebene Text der Erstausgabe, in den nur an wenigen Stellen eingegriffen wurde, um eindeutige Druck- oder Satzfehler zu verbessern, die dem Autorwillen nachweislich nicht entsprechen.
Typografie und Layout sind im Vergleich zur Erstausgabe modernisiert, der Romantext wurde neu gesetzt und umbrochen und verfügt daher über eine neue, andere Seitenzählung. Zudem ist er mit einem Zeilenzähler versehen.

»Aber Jakob ist immer quer über die Gleise gegangen.« – Mit diesem Satz beginnt der von Uwe Johnson im Alter von 25 Jahren veröffentlichte Debütroman Mutmassungen über Jakob. In ihm steht der Tod von Jakob Abs im Mittelpunkt – von der Flucht aus der DDR und vom Staatssicherheitsdienst ist die Rede, vom Leben im Rhein-Main-Gebiet (Westen) und vom Dasein in Mecklenburg (Osten), von Liebe und Verrat, vom Aufstand in Ungarn und von der Krise um den Suezkanal. Bereits hier begegnen wir einem Großteil der Menschen, die seinen Personenkosmos bis zu den Jahrestagen prägen werden.
1959 erfolgte die erste Publikation des Autors mit Diplomexamen (Germanistik, Leipzig) in einem westdeutschen Verlag: was unmittelbar die Etikettierung Uwe Johnsons als »Dichter der beiden Deutschland« nach sich zog. Solche Einordnung verbat er sich. Trotzdem bleibt Johnson der Erzähler von Ost wie West.


Der Text

Der Romantext der Rostocker Ausgabe wird sowohl im 2017 erschienenen Buch als auch in der digitalen Fassung als kritisch aus dem Archivmaterial edierter Text präsentiert.
Der Stellenkommentar steht in zwei Apparaten zur Verfügung.

Textkritischer Kommentar

Durch eine Auswahl an Korrekturen und Varianten werden die textgenetischen Entwicklungen des Romans nachvollziehbar, die Arbeitsgänge des Autors sichtbar. Die Varianten sind beschreibend dargestellt, nicht aber kommentierend interpretiert.

Sachkommentar

Gemäß dem Leitgedanken »Ermächtigung, nicht Entmündigung des Lesers« wird hier das inhaltliche Verständnis einzelner Textstellen sichergestellt: Fremdsprachige und mundartliche Textstellen sind übersetzt, Begriffe erklärt, Geografika sowie Persönlichkeiten und historische Sachbezüge erläutert. Zudem sind intertextuelle Bezüge und die von Johnson benutzten Quellen nachgewiesen, Romanfiguren mit Blick auf Sachinformationen wie z.B. Namenswahl, Namensbedeutung und Funktion innerhalb des Romans sowie innerhalb von Johnsons Gesamtwerk erläutert, ohne dem Lektüreerlebnis anderer Johnson-Texte vorzugreifen. Interpretation und literaturwissenschaftliche Deutung sind vom Sachkommentar ausgeschlossen.

Die digitale Fassung

Die vorliegende Version der Digitalausgabe von Mutmassungen über Jakob (2020, Versionsnummer 0.2) umfasst mit Kapitel I und II etwa die Hälfte des Romans. Gezeigt werden alle Textstufen, und zwar sowohl als Faksimiles als auch in der Transkription. Alle Änderungen, die Johnsons Text vom ersten erhaltenen Typoskript bis zur Rostocker Ausgabe durchlaufen hat, sind zeilengenau verzeichnet. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich schwer lesbare Handschriftpassagen mit der Maus direkt auf dem Faksimile anzeigen zu lassen. Die Vollversion wird den gesamten Romantext in allen Textstufen umfassen. Mit Fortschreiten der Edition werden Apparat und Register band- und abteilungsübergreifend untereinander vernetzt und mit Datenbanken hinterlegt. Auf diese Weise wird Uwe Johnsons Konzept des Gesamtwerks Rechnung getragen, das auch Briefe und Schriften einschließt.

Die Textstufen

Erstes erhaltenes Typoskript (MJI)

Die erste erhaltene Fassung umfasst 230 maschinenschriftliche Blätter sowie ein handschriftliches Blatt. Jedes Blatt ist in zwei Spalten geteilt und in einzeiligem Abstand beschrieben: in der rechten Spalte steht jeweils der Romantext, die linke ist frei für Änderungen, Anmerkungen und Korrekturen, die, soweit sie handschriftlich sind, durchgängig von Johnsons Hand stammen.
Auf der ersten Typoskriptseite hat Johnson notiert: »Leipzig Braustr 6758« – er hat mit der Niederschrift demnach am 6. Juli 1958 in der Leipziger Braustraße begonnen.
Aus vergleichbaren Anmerkungen ist zu rekonstruieren, dass Johnson das Typoskript an wechselnden Schreiborten bis zum 4. Dezember 1958 niedergeschrieben und bis in den Januar 1959 hinein handschriftlich überarbeitet hat. Dabei lassen sich nur sehr bedingt stichhaltige Schlüsse darüber ziehen, wann, wie und in welcher Reihenfolge er gearbeitet hat. Zudem kann nicht sicher davon ausgegangen werden, dass die maschinenschriftlichen Stellen immer eine frühere Bearbeitungsstufe darstellen als die handschriftlichen.
Sicher ist, dass es sich bei dieser ersten erhaltenen Fassung nicht um die erste Niederschrift des Textes handeln kann.

Zweites erhaltenes Typoskript (MJII)

Die zweite erhaltene Fassung umfasst 346 Blätter. Der Romantext ist mit zweifarbigem Farbband in anderthalbzeiligem Abstand getippt, dabei sind die für den Kursivdruck vorgesehenen Passagen jeweils rot geschrieben.
Die meisten Änderungen aus dem ersten Typoskript sind umgesetzt, diese Fassung wurde erkennbar als Reinschrift für den Verlag angefertigt. Daher lässt sich die Niederschrift grob auf die Zeit zwischen Dezember 1958 (nach Abschluss der maschinenschriftlichen Arbeit am ersten Typoskript) und März 1959 datieren (als Johnson dieses zweite Typoskript beim Suhrkamp Verlag einreichte).
Nur an wenigen Stellen gibt es noch maschinenschriftliche Änderungen, der überwiegende Teil wurde handschriftlich vorgenommen. Dabei lassen sich neben Johnsons Hand (mindestens) fünf weitere Handschriften identifizieren, die allesamt auf Mitarbeiter des Suhrkamp Verlags zurückgehen – darunter ein Bleistift aus dem Korrektorat und ein Grünstift aus der Herstellung sowie der blaue Kugelschreiber von Verlagsleiter Siegfried Unseld, der gleich auf dem ersten Blatt den Romantitel notierte und in den ersten beiden Kapiteln des Romans u.a. die Leerzeilenstruktur einzeichnete.

Korrekturfahne (MJIII)

Der Fahnenabzug des Romans enthält den vom Verlag gesetzten Romantext auf 163 fortlaufend paginierten, langformatigen Blättern – den sogenannten ›Fahnen‹.
Die handschriftlichen Spuren im Fahnenabzug dokumentieren, dass dieses Exemplar sowohl vom Autor durchgesehen wurde als auch verschiedene Abteilungen im Verlag durchlaufen hat. Johnson hat die Fahnen Mitte Juli 1959 erhalten und seine Änderungen mit schwarzer Tinte eingetragen. Gleich auf dieser ersten Fahne hat ein Verlagsmitarbeiter – wahrscheinlich Christoph Wilhelmi, der Leiter der Herstellungsabteilung – mit blaugrauer Tinte das Korrekturzeichen für Leerzeilen erklärt und außerdem vermerkt, dass er die Hinweise aus dem Korrektorat in dieses Exemplar übertragen hat. Darüber hinaus finden sich in den Fahnen gelegentlich Anstreichungen fremder Schreibhände mit Bleistift oder mit kräftigem rotem Buntstift. Auch der Grünstift eines Herstellers und der Bleistift eines Setzers zum Stand der Satzarbeiten lassen sich ermitteln.

Umbruch (MJIV)

Der Umbruch des Romans enthält den gesamten Text in fertig umbrochenen, aber noch nicht gebundenen Buchseiten auf insgesamt 77 Blättern. Jedes Blatt ist mit vier Buchseiten bedruckt (je zwei vorne und hinten), die Blätter sind in der Mitte gefalzt und mit offener Falz bogenweise in Viererlagen abgelegt.
Verschiedene Schreibhände haben mit unterschiedlichen Stiften letzte Korrekturen, Änderungen und Satzhinweise eingetragen. Am Nacheinander der Handschriften ist zu erkennen, dass der Umbruch mehrere Verlagsabteilungen durchlaufen hat: So wurden Bleistiftnotationen mitunter vom blauen Kugelschreiber gestrichen, der seinerseits manchmal mit rotem Buntstift ausgestrichen ist.
Johnsons Handschrift findet sich in diesem erhaltenen Exemplar nicht. Es ist jedoch sicher, dass er ein anderes Exemplar des Umbruchs, das als ermittelt, aber nicht erhalten gelten muss, selbst durchgesehen und handschriftlich bearbeitet hat. Das geht eindeutig aus seinem Briefwechsel mit dem Verlag hervor.

Erstausgabe des Romans (MJEA)

Die Erstausgabe von Mutmassungen über Jakob umfasst 308 Seiten. Sie wurde in einer Auflagenhöhe von 5.200 Exemplaren gedruckt und im Oktober 1959 an den Buchhandel ausgeliefert.

Rostocker Ausgabe (MJRA)

Für die Rostocker Ausgabe wurde der Roman als verlässlicher Lesetext kritisch ediert, d.h., der Text wurde mit Blick auf den Autorwillen hergestellt und – wo nötig – aus den überlieferten Textstufen rekonstruiert.
Grundlage ist der von Johnson zum Druck freigegebene Text der Erstausgabe, in den nur an wenigen Stellen eingegriffen wurde, um eindeutige Druck- oder Satzfehler zu verbessern, die dem Autorwillen nachweislich nicht entsprechen.
Typografie und Layout sind im Vergleich zur Erstausgabe modernisiert, der Romantext wurde neu gesetzt und umbrochen und verfügt daher über eine neue, andere Seitenzählung. Zudem ist er mit einem Zeilenzähler versehen.

2017
Werke 2


Herausgeber des Printbandes:

Astrid Köhler, Robert Gillett, Cornelia Bögel und Katja Leuchtenberger unter Mitarbeit von Johanna Steiner

Umsetzung der digitalen Fassung:

Christian Riedel, Fabian Kaßner, Marc Lemke

Das dritte Buch über Achim

2019
Werke 3


Herausgeber des Printbandes:

Katja Leuchtenburger und Friederike Schneider. Mit einem Nachwort von Sven Hanuschek, Katja Leuchtenberger und Friederike Schneider

Auf den Schreibtisch
Dieser Text ist bereits als Print erschienen, jedoch noch nicht in digitaler Form verfügbar.

Das dritte Buch über Achim schrieb Johnson im geteilten, aber noch nicht abgeriegelten Berlin. Als es im September 1961 erschien, wurde es der Roman zum Mauerbau. Erzählt wird, wie der Versuch eines BRD-Reporters, die Biografie eines Radsport-Idols der DDR zu schreiben, an den deutsch-deutschen Unterschieden scheitert. Johnsons Buch traf den historischen Moment: Es macht den Grenzverlauf sichtbar und zeichnet ein präzises Bild beider Deutschlands bis in die tagespolitische Aktualität des Jahres 1960. Knapp 60 Jahre später ist der Roman nicht weniger aktuell, allerdings aus anderen Gründen: Er handelt von Kompromissen und Lebenslügen, von Ästhetik und Ideologie, vom Missbrauch des Sports und der Sprache für politische Zwecke. Nicht zuletzt ist nun erkennbar, dass Das dritte Buch über Achim auch eine Selbstverständigung des jungen Uwe Johnson ist über ein Schreiben unter den Bedingungen, von denen der Roman erzählt. Er ist ein formales Experiment, das die Leser in ein Gespräch ziehen soll über die Unmöglichkeit, ein Leben durch Erzählen zu erfassen.
Die historisch-kritische Ausgabe legt in einem reichhaltigen Stellenkommentar frei, wie der Text seine endgültige Form gefunden hat, wie exakt er an den historischen und politischen Fakten entlanggeschrieben ist und welche Quellen Johnson benutzte. So lädt sie zur Re-Lektüre eines Romans ein, in dem neben den deutsch-deutschen Verhältnissen am Vorabend des Mauerbaus auch knapp 30 Jahre deutsche Geschichte, ein wiedererkennbares Porträt der Stadt Leipzig sowie tiefe Einblicke in den Profi-Radsport aufbewahrt sind.


Das Buch

DBA RA

Seit November 2019 liegt als zweites Buch der Rostocker Ausgabe Johnsons zweitveröffentlichter Roman Das dritte Buch über Achim im Suhrkamp Verlag vor.

Die Textstufen

DBA I

Die digitale Ausgabe wird alle sechs Textstufen des Romans dokumentieren: vom ersten erhaltenen Typoskript aus dem Jahr 1961 bis zur Rostocker Ausgabe des Jahres 2019.

Insgesamt sind vier verschiedene Textstufen des Romans in sieben vollständigen Exemplaren und zwei Teil-Exemplaren erhalten, die in der digitalen Ausgabe mit Faksimiles und Transkriptionen vollständig zugänglich gemacht werden. Zudem kann sich der Nutzer sowohl die Erstausgabe von 1961 als auch den Text der Rostocker Ausgabe von 2019 seiten- und zeilengenau anzeigen lassen.

DBA U1

Erstes erhaltenes Typoskript

Erstes erhaltenes Typoskript, 17.5.1960-2.4.1961, Blatt 33, mit masch. und hs. Annotationen, Änderungen und Korrekturen von Johnson.

DBA I

Die erste erhaltene Fassung umfasst 239 unpaginierte, maschinenschriftlich beschriebene Blätter sowie ein handschriftliches, vollständig durchgestrichenes Blatt, ein handschriftliches Deckblatt und drei leere Blätter. Jedes maschinenschriftliche Blatt ist in zwei Spalten geteilt und in einzeiligem Abstand beschrieben: in der rechten Spalte steht jeweils der Romantext, die linke ist frei für Änderungen, Anmerkungen und Korrekturen, die, soweit sie handschriftlich sind, durchgängig von Johnsons Hand stammen.

Auf der ersten Typoskriptseite hat Johnson die Ziffern-Buchstabenkombination »17560 bf« notiert, die Datum und Ort repräsentiert und darauf verweist, dass er mit der Niederschrift am 17. Mai 1960 in Berlin-Friedenau begonnen hat. Aus vergleichbaren Annotationen ist zu rekonstruieren, dass Johnson das gesamte Typoskript bis zum 26. Februar 1961 weitgehend fertiggestellt und dabei überwiegend chronologisch fortlaufend gearbeitet hat. Geschrieben hat er hauptsächlich in Berlin-Friedenau, teiweise auch in Dahmeshöved an der schleswig-holsteinischen Ostsee sowie im Haus seines Verlegers Siegfried Unseld in Frankfurt am Main. Den Schluss des Romans hat er in einem diskontinuierlichen Arbeitsprozess bis zum 2. April 1961 in Berlin-Friedenau fertiggestellt, wobei er parallel im März 1961 bereits mit der Anfertigung des zweiten erhaltenen Typoskriptes beschäftigt war.

Die Textpassagen, die im Verlag später als Kursivpassagen realisiert wurden und die den gedruckten Roman strukturieren, sind in diesem ersten Typoskript erst ab der fünften Kursivpassage in den maschinenschriftlichen Arbeitsprozess integriert. Sie sind zunächst als vom laufenden Romantext links ausgerückte Textblöcke getippt, die durch handschriftliche horizontale Linien nach oben und unten abgegrenzt sind. Ab der 35. Kursivpassage sind sie in die rechte Textspalte integriert, aber durch Versalien hervorgehoben und durch je eine Leerzeile nach oben und unten abgegrenzt.

Generell ist aus den Änderungen, Anmerkungen und Korrekturen deutlich erkennbar, dass Johnson stellen- und seitenweise gearbeitet hat – er hat also nicht zuerst das Typoskript in Gänze maschinenschriftlich zu Papier gebracht und dann handschriftlich überarbeitet, vielmehr erfolgten maschinenschriftliche und handschriftliche Prozesse teilweise parallel, Johnson stellte eine Seite oft erst fertig, bevor er mit einer neuen begann.

Zweites erhaltenes Typoskript

Zweites erhaltenes Typoskript, o.D. [mutmaßlich 1961], Seite 16, mit hs. Korrekturen von Johnson sowie hs. Annotationen von fremder Hand.

DBA II

Die zweite erhaltene Fassung umfasst 268 fortlaufend paginierte maschinenschriftliche Blätter. Sie liegt in zwei vollständigen Exemplaren vor (Original und Durchschlag) und enthält zusätzlich insgesamt sechs leere Blätter sowie eine als Durchschlag doppelt erhaltene Typoskriptseite. Der vollständige Romantext ist in anderthalbzeiligem Abstand getippt, die insgesamt 70 Textstellen, die im gedruckten Roman als Kursivpassagen realisiert sind, sind in Versalien geschrieben, aber darüber hinaus nicht anders abgesetzt als alle anderen Absätze des laufenden Textes.

Diese Fassung wurde erkennbar als Reinschrift für den Verlag angefertigt, und zwar mit Durchschlagpapier in zweifacher Ausfertigung. Sie ist nicht datiert, anhand von Johnsons Kalender und seinem Briefwechsel mit dem Suhrkamp Verlag lässt sich die Niederschrift aber grob auf die Zeit zwischen Ende Februar und Anfang April 1961 datieren. Sie erfolgte erkennbar parallel zur Fertigstellung des ersten Typoskriptes und wurde am 11. April 1961 an den Suhrkamp Verlag geschickt.

Die meisten Änderungen aus dem ersten Typoskript sind in diesem zweiten Typoskript umgesetzt, zudem sind Formulierungen geändert, ohne dass sich dies auf sichtbare Eingriffe zurückführen ließe. Die maschinenschriftlichen oder handschriftlichen Änderungen, die Johnson in diesem Typoskript noch vorgenommen hat, beziehen sich in vergleichsweise wenigen Fällen auf Änderungen der Formulierung, zum weit überwiegenden Teil dagegen auf die Korrektur von Tippfehlern, Fehlern im Schriftbild oder Übertragungsfehlern bei der Abschrift sowie auf die Kennzeichnung von Absätzen.

Johnsons Änderungen sind sowohl im Original als auch im Durchschlag vollständig enthalten, d.h., er hat auch seine handschriftlichen Änderungen in beiden Exemplaren dokumentiert. Im Original lassen sich darüber hinaus (mindestens) drei weitere Handschriften in (mindestens) sieben verschiedenen Stiften identifizieren, die allesamt auf Mitarbeiter des Suhrkamp Verlags zurückgehen – darunter ein Rotstift aus dem Korrektorat sowie ein Bleistift von Verlagslektor Walter Boehlich, an den Johnson das Typoskript adressiert hatte – und die zeigen, dass das dieses Exemplar als Satzvorlage genutzt wurde.

Korrekturfahne

Korrekturfahne, 19.5. - 7.6.1961, Fahne 8, mit hs. Änderungen und Korrekturen von Johnson sowie hs. Annotationen und Korrekturen von fremder Hand [darunter mutmaßlich Verlagsmitarbeiter Grosse].

DBA III

Der Fahnenabzug des Romans enthält den vom Verlag gesetzten Romantext auf 126 fortlaufend paginierten, langformatigen Blättern – den sogenannten ›Fahnen‹. Er liegt in zwei vollständigen Exemplaren sowie einem Teil-Exemplar vor, das lediglich die letzten 31 Fahnen umfasst.

Die handschriftlichen Spuren in dieser Textstufe dokumentieren, dass die Fahnenabzüge etappenweise zwischen dem 19. Mai und dem 7. Juni 1961 in insgesamt neun Einzellieferungen versandt wurden, und zwar in mindestens drei Ausfertigungen, von denen zwei zur Durchsicht an Uwe Johnson gingen, während eine ausschließlich im Verlag durchgesehen wurde. Am Ende dieses Prozesses wurden alle Änderungen in einem Exemplar zusammengeführt.

Im Verlagsexemplar lassen sich insgesamt drei fremde Hände identifizieren: Es wurde etappenweise von einem Mitarbeiter der Druckerei datiert, dann von einem Korrektor namens Rocco durchgesehen, bevor Verlagsmitarbeiter Grosse die Übertragung der Korrekturen in das Exemplar dokumentierte, das Uwe Johnson parallel durchgesehen hatte.

Johnson selbst erhielt die Fahnen etappenweise während einer Reise durch die USA und trug seine Änderungen und Korrekturen mit schwarzer Tinte ein. Dabei korrigierte er überwiegend Satzfehler, änderte nur an wenigen Stellen letzte Nuancen seines Textes und arbeitete parallel in zwei Exemplaren. Eines dieser Exemplare sandte er, ebenfalls in Einzellieferungen, zurück an den Verlag. Dabei verzögerte sich die Sendung mit den Fahnen 96-126 so erheblich, dass er sein Duplikat dieser letzten 31 Fahnen erneut auf die Post gab – das erklärt das erhaltene Teil-Exemplar mit dem letzten Viertel des Romans (die Fahnen 1-95 dieses Duplikats sind nicht erhalten). Neben Johnsons Hand lassen sich in seinem vollständigen Autorexemplar handschriftliche Spuren mehrerer weiterer Verlagsmitarbeiter identifzieren. Eine Person – vermutlich Verlagsmitarbeiter Grosse – übertrug mit wechselnden Stiftfarben Roccos Korrekturen aus dem Verlagsexemplar. Zudem trug er die Satzanweisungen zur Abgrenzung der Kursivpassagen ein – 2 Leerzeilen davor, eine Leerzeile danach –, die zwar bereits kursiv und als eigene Absätze gesetzt sind, aber noch ohne Abstand stehen. Mit (mindestens vier) weiteren Stiften und von anderen Personen sind u.a. der Stand der Satzarbeiten sowie Verschiebungen im Zeilenfall dokumentiert. Auch der abschließende Abgleich mit der nachfolgenden Textstufe – dem Umbruch – ist dokumentiert, vermutlich wiederum von Rocco, der auch für das Korrektorat des Umbruchs verantwortlich zeichnete.

Umbruch

Umbruch, o.D. [mutmaßlich 1961], Seite 22, 27, mit hs. Annotationen und Korrekturen von fremder Hand.

DBA IV

Der Umbruch des Romans enthält den gesamten Text in fertig umbrochenen, aber noch nicht gebundenen Buchseiten auf insgesamt 85 Blättern. Jedes Blatt ist mit vier Buchseiten bedruckt (je zwei vorne und hinten), die Blätter sind in der Mitte gefalzt und mit offener Falz bogenweise in Viererlagen abgelegt. Er liegt in zwei vollständigen Exemplaren sowie einem Teil-Exemplar mit den Umbruchseiten 257-338 vor.

Der Romantext ist auf insgesamt 338 Buchseiten gesetzt, die Kursivpassagen durchbrechen mit Leerabständen den Text und sind durchgängig nach oben mehr abgegrenzt als nach unten.

Es ist von mindestens vier Ausfertigungen des Umbruchs auszugehen, von denen zwei im Juli 1961 an Uwe Johnson in die USA gingen und zwei ausschließlich im Verlag bearbeitet wurden. Der Versand erfolgte in zwei Etappen: da sich der postalische Austausch der Fahnenkorrekturen verzögert hatte, konnte der Umbruch mit dem letzten Viertel des Romans auf den Seiten 257-338 erst zehn Tage nach den ersten drei Vierteln verschickt werden.

Von Johnsons Korrekturexemplaren ist nur eines erhalten, das zweite muss als ermittelt, aber nicht erhalten gelten. Johnson arbeitete mit schwarzem Kugelschreiber, wobei er an wenigen Stellen noch Änderungen in Interpunktion und Wortwahl vornahm oder an Formulierungen feilte, zum überwiegenden Teil aber Änderungen nachtrug, die er bereits in den Korrekturfahnen eingezeichnet hatte und die von der Setzerei nicht umgesetzt worden waren. Zudem beklagte er einen unschönen Zeilenfall mit weiten Wortabständen.

Im Korrekturexemplar des Verlags haben (mindestens sechs) verschiedene Schreibhände mit (mindestens zehn) unterschiedlichen Stiften letzte Korrekturen, Änderungen und Satzhinweise eingetragen. Am Nacheinander der Handschriften ist zu erkennen, dass der Umbruch mehrere Verlagsabteilungen durchlaufen hat: Der für das Korrektorat verantwortliche Rocco glich den Umbruch mit den Fahnenkorrekturen ab. Verlagsmitarbeiter Grosse übertrug die zusätzlichen Änderungen aus Johnsons Autorexemplar – allerdings nur bis Seite 256. Die später versandten Seiten 257-338 weisen zwar sowohl im vollständigen Verlagsexemplar als auch im erhaltenen Teil-Exemplar handschriftliche Annotationen zu Zeilenfall und Absatzstruktur von Verlagsmitarbeitern auf, Johnsons Korrekturen aus dieser später versandten Lieferung wurden dagegen nicht in das Verlagsexemplar übertragen (wiewohl sie in der Erstausgabe sämtlich realisiert sind). Dafür ist das Verlagsexemplar des Umbruchs reich an Satzanweisungen und Annotationen fremder Hand, die einen kompletten Neu-Umbruch des Romans ausrechnete. Markierungen in Rotstift weisen darauf hin, dass Korrektor Rocco wiederum den abschließenden Abgleich zur Umsetzung der Korrekturen vornahm.

Erstausgabe

Erstausgabe, Suhrkamp Verlag 1961, Seite 26.

DBA EA

Die Erstausgabe von Das dritte Buch über Achim umfasst 337 Seiten – und damit eine Seite weniger als die vorangegangene Textstufe des Umbruchs.

Im Buch ist ein komplett anderer Seiten- und Zeilenumbruch realisiert als Johnson ihn mit dem Umbruch in den USA hatte prüfen können. Das gewünschte Leerzeilensystem, in dem die den Text strukturierenden Kursivpassagen nach oben mehr als nach unten abgesetzt sein sollten, ist in vielen Fällen nicht mehr realisiert. Ob Johnson den Neu-Umbruch nach seiner Rückkehr aus den USA am 22. August noch prüfen konnte, ist nicht dokumentiert; es ist anzunehmen, dass man sich mündlich verständigte.

Die Erstausgabe wurde in einer Auflagenhöhe von 5.000 Exemplaren gedruckt und am 31. August 1961 an den Buchhandel ausgeliefert.

Rostocker Ausgabe

Rostocker Ausgabe, Suhrkamp Verlag 2019, Seite 22.

DBA RA

Für die Rostocker Ausgabe wurde der Roman als verlässlicher Lesetext kritisch ediert, d.h., der Text wurde mit Blick auf den Autorwillen hergestellt und – wo nötig – aus den überlieferten Textstufen rekonstruiert.

Grundlage ist der von Johnson zum Druck freigegebene Text der Erstausgabe, in den nur an wenigen Stellen eingegriffen wurde, um eindeutige Druck- oder Satzfehler zu verbessern, die dem Autorwillen nachweislich nicht entsprechen, darunter das Leerzeilensystem rund um die Kursivpassagen. Im Emendationsverzeichnis ist jeder dieser Eingriffe nachgewiesen und die Entstehung des korrigierten Fehlers anhand der überlieferten Textstufen dokumentiert.

Typografie und Layout sind im Vergleich zur Erstausgabe modernisiert, der Romantext wurde neu gesetzt und umbrochen und verfügt daher über eine neue, andere Seitenzählung. Zudem ist er mit einem Zeilenzähler in Fünferschritten versehen.

Das dritte Buch über Achim schrieb Johnson im geteilten, aber noch nicht abgeriegelten Berlin. Als es im September 1961 erschien, wurde es der Roman zum Mauerbau. Erzählt wird, wie der Versuch eines BRD-Reporters, die Biografie eines Radsport-Idols der DDR zu schreiben, an den deutsch-deutschen Unterschieden scheitert. Johnsons Buch traf den historischen Moment: Es macht den Grenzverlauf sichtbar und zeichnet ein präzises Bild beider Deutschlands bis in die tagespolitische Aktualität des Jahres 1960. Knapp 60 Jahre später ist der Roman nicht weniger aktuell, allerdings aus anderen Gründen: Er handelt von Kompromissen und Lebenslügen, von Ästhetik und Ideologie, vom Missbrauch des Sports und der Sprache für politische Zwecke. Nicht zuletzt ist nun erkennbar, dass Das dritte Buch über Achim auch eine Selbstverständigung des jungen Uwe Johnson ist über ein Schreiben unter den Bedingungen, von denen der Roman erzählt. Er ist ein formales Experiment, das die Leser in ein Gespräch ziehen soll über die Unmöglichkeit, ein Leben durch Erzählen zu erfassen.
Die historisch-kritische Ausgabe legt in einem reichhaltigen Stellenkommentar frei, wie der Text seine endgültige Form gefunden hat, wie exakt er an den historischen und politischen Fakten entlanggeschrieben ist und welche Quellen Johnson benutzte. So lädt sie zur Re-Lektüre eines Romans ein, in dem neben den deutsch-deutschen Verhältnissen am Vorabend des Mauerbaus auch knapp 30 Jahre deutsche Geschichte, ein wiedererkennbares Porträt der Stadt Leipzig sowie tiefe Einblicke in den Profi-Radsport aufbewahrt sind.


Das Buch

DBA RA

Seit November 2019 liegt als zweites Buch der Rostocker Ausgabe Johnsons zweitveröffentlichter Roman Das dritte Buch über Achim im Suhrkamp Verlag vor.

Die Textstufen

DBA I

Die digitale Ausgabe wird alle sechs Textstufen des Romans dokumentieren: vom ersten erhaltenen Typoskript aus dem Jahr 1961 bis zur Rostocker Ausgabe des Jahres 2019.

Das dritte Buch über Achim

Der Roman in alle sechs Textstufen

Insgesamt sind vier verschiedene Textstufen des Romans in sieben vollständigen Exemplaren und zwei Teil-Exemplaren erhalten, die in der digitalen Ausgabe mit Faksimiles und Transkriptionen vollständig zugänglich gemacht werden. Zudem kann sich der Nutzer sowohl die Erstausgabe von 1961 als auch den Text der Rostocker Ausgabe von 2019 seiten- und zeilengenau anzeigen lassen.

DBA U1

Erstes erhaltenes Typoskript

Erstes erhaltenes Typoskript, 17.5.1960-2.4.1961, Blatt 33, mit masch. und hs. Annotationen, Änderungen und Korrekturen von Johnson.

DBA I

Die erste erhaltene Fassung umfasst 239 unpaginierte, maschinenschriftlich beschriebene Blätter sowie ein handschriftliches, vollständig durchgestrichenes Blatt, ein handschriftliches Deckblatt und drei leere Blätter. Jedes maschinenschriftliche Blatt ist in zwei Spalten geteilt und in einzeiligem Abstand beschrieben: in der rechten Spalte steht jeweils der Romantext, die linke ist frei für Änderungen, Anmerkungen und Korrekturen, die, soweit sie handschriftlich sind, durchgängig von Johnsons Hand stammen.

Auf der ersten Typoskriptseite hat Johnson die Ziffern-Buchstabenkombination »17560 bf« notiert, die Datum und Ort repräsentiert und darauf verweist, dass er mit der Niederschrift am 17. Mai 1960 in Berlin-Friedenau begonnen hat. Aus vergleichbaren Annotationen ist zu rekonstruieren, dass Johnson das gesamte Typoskript bis zum 26. Februar 1961 weitgehend fertiggestellt und dabei überwiegend chronologisch fortlaufend gearbeitet hat. Geschrieben hat er hauptsächlich in Berlin-Friedenau, teiweise auch in Dahmeshöved an der schleswig-holsteinischen Ostsee sowie im Haus seines Verlegers Siegfried Unseld in Frankfurt am Main. Den Schluss des Romans hat er in einem diskontinuierlichen Arbeitsprozess bis zum 2. April 1961 in Berlin-Friedenau fertiggestellt, wobei er parallel im März 1961 bereits mit der Anfertigung des zweiten erhaltenen Typoskriptes beschäftigt war.

Die Textpassagen, die im Verlag später als Kursivpassagen realisiert wurden und die den gedruckten Roman strukturieren, sind in diesem ersten Typoskript erst ab der fünften Kursivpassage in den maschinenschriftlichen Arbeitsprozess integriert. Sie sind zunächst als vom laufenden Romantext links ausgerückte Textblöcke getippt, die durch handschriftliche horizontale Linien nach oben und unten abgegrenzt sind. Ab der 35. Kursivpassage sind sie in die rechte Textspalte integriert, aber durch Versalien hervorgehoben und durch je eine Leerzeile nach oben und unten abgegrenzt.

Generell ist aus den Änderungen, Anmerkungen und Korrekturen deutlich erkennbar, dass Johnson stellen- und seitenweise gearbeitet hat – er hat also nicht zuerst das Typoskript in Gänze maschinenschriftlich zu Papier gebracht und dann handschriftlich überarbeitet, vielmehr erfolgten maschinenschriftliche und handschriftliche Prozesse teilweise parallel, Johnson stellte eine Seite oft erst fertig, bevor er mit einer neuen begann.

Zweites erhaltenes Typoskript

Zweites erhaltenes Typoskript, o.D. [mutmaßlich 1961], Seite 16, mit hs. Korrekturen von Johnson sowie hs. Annotationen von fremder Hand.

DBA II

Die zweite erhaltene Fassung umfasst 268 fortlaufend paginierte maschinenschriftliche Blätter. Sie liegt in zwei vollständigen Exemplaren vor (Original und Durchschlag) und enthält zusätzlich insgesamt sechs leere Blätter sowie eine als Durchschlag doppelt erhaltene Typoskriptseite. Der vollständige Romantext ist in anderthalbzeiligem Abstand getippt, die insgesamt 70 Textstellen, die im gedruckten Roman als Kursivpassagen realisiert sind, sind in Versalien geschrieben, aber darüber hinaus nicht anders abgesetzt als alle anderen Absätze des laufenden Textes.

Diese Fassung wurde erkennbar als Reinschrift für den Verlag angefertigt, und zwar mit Durchschlagpapier in zweifacher Ausfertigung. Sie ist nicht datiert, anhand von Johnsons Kalender und seinem Briefwechsel mit dem Suhrkamp Verlag lässt sich die Niederschrift aber grob auf die Zeit zwischen Ende Februar und Anfang April 1961 datieren. Sie erfolgte erkennbar parallel zur Fertigstellung des ersten Typoskriptes und wurde am 11. April 1961 an den Suhrkamp Verlag geschickt.

Die meisten Änderungen aus dem ersten Typoskript sind in diesem zweiten Typoskript umgesetzt, zudem sind Formulierungen geändert, ohne dass sich dies auf sichtbare Eingriffe zurückführen ließe. Die maschinenschriftlichen oder handschriftlichen Änderungen, die Johnson in diesem Typoskript noch vorgenommen hat, beziehen sich in vergleichsweise wenigen Fällen auf Änderungen der Formulierung, zum weit überwiegenden Teil dagegen auf die Korrektur von Tippfehlern, Fehlern im Schriftbild oder Übertragungsfehlern bei der Abschrift sowie auf die Kennzeichnung von Absätzen.

Johnsons Änderungen sind sowohl im Original als auch im Durchschlag vollständig enthalten, d.h., er hat auch seine handschriftlichen Änderungen in beiden Exemplaren dokumentiert. Im Original lassen sich darüber hinaus (mindestens) drei weitere Handschriften in (mindestens) sieben verschiedenen Stiften identifizieren, die allesamt auf Mitarbeiter des Suhrkamp Verlags zurückgehen – darunter ein Rotstift aus dem Korrektorat sowie ein Bleistift von Verlagslektor Walter Boehlich, an den Johnson das Typoskript adressiert hatte – und die zeigen, dass das dieses Exemplar als Satzvorlage genutzt wurde.

Korrekturfahne

Korrekturfahne, 19.5. - 7.6.1961, Fahne 8, mit hs. Änderungen und Korrekturen von Johnson sowie hs. Annotationen und Korrekturen von fremder Hand [darunter mutmaßlich Verlagsmitarbeiter Grosse].

DBA III

Der Fahnenabzug des Romans enthält den vom Verlag gesetzten Romantext auf 126 fortlaufend paginierten, langformatigen Blättern – den sogenannten ›Fahnen‹. Er liegt in zwei vollständigen Exemplaren sowie einem Teil-Exemplar vor, das lediglich die letzten 31 Fahnen umfasst.

Die handschriftlichen Spuren in dieser Textstufe dokumentieren, dass die Fahnenabzüge etappenweise zwischen dem 19. Mai und dem 7. Juni 1961 in insgesamt neun Einzellieferungen versandt wurden, und zwar in mindestens drei Ausfertigungen, von denen zwei zur Durchsicht an Uwe Johnson gingen, während eine ausschließlich im Verlag durchgesehen wurde. Am Ende dieses Prozesses wurden alle Änderungen in einem Exemplar zusammengeführt.

Im Verlagsexemplar lassen sich insgesamt drei fremde Hände identifizieren: Es wurde etappenweise von einem Mitarbeiter der Druckerei datiert, dann von einem Korrektor namens Rocco durchgesehen, bevor Verlagsmitarbeiter Grosse die Übertragung der Korrekturen in das Exemplar dokumentierte, das Uwe Johnson parallel durchgesehen hatte.

Johnson selbst erhielt die Fahnen etappenweise während einer Reise durch die USA und trug seine Änderungen und Korrekturen mit schwarzer Tinte ein. Dabei korrigierte er überwiegend Satzfehler, änderte nur an wenigen Stellen letzte Nuancen seines Textes und arbeitete parallel in zwei Exemplaren. Eines dieser Exemplare sandte er, ebenfalls in Einzellieferungen, zurück an den Verlag. Dabei verzögerte sich die Sendung mit den Fahnen 96-126 so erheblich, dass er sein Duplikat dieser letzten 31 Fahnen erneut auf die Post gab – das erklärt das erhaltene Teil-Exemplar mit dem letzten Viertel des Romans (die Fahnen 1-95 dieses Duplikats sind nicht erhalten). Neben Johnsons Hand lassen sich in seinem vollständigen Autorexemplar handschriftliche Spuren mehrerer weiterer Verlagsmitarbeiter identifzieren. Eine Person – vermutlich Verlagsmitarbeiter Grosse – übertrug mit wechselnden Stiftfarben Roccos Korrekturen aus dem Verlagsexemplar. Zudem trug er die Satzanweisungen zur Abgrenzung der Kursivpassagen ein – 2 Leerzeilen davor, eine Leerzeile danach –, die zwar bereits kursiv und als eigene Absätze gesetzt sind, aber noch ohne Abstand stehen. Mit (mindestens vier) weiteren Stiften und von anderen Personen sind u.a. der Stand der Satzarbeiten sowie Verschiebungen im Zeilenfall dokumentiert. Auch der abschließende Abgleich mit der nachfolgenden Textstufe – dem Umbruch – ist dokumentiert, vermutlich wiederum von Rocco, der auch für das Korrektorat des Umbruchs verantwortlich zeichnete.

Umbruch

Umbruch, o.D. [mutmaßlich 1961], Seite 22, 27, mit hs. Annotationen und Korrekturen von fremder Hand.

DBA IV

Der Umbruch des Romans enthält den gesamten Text in fertig umbrochenen, aber noch nicht gebundenen Buchseiten auf insgesamt 85 Blättern. Jedes Blatt ist mit vier Buchseiten bedruckt (je zwei vorne und hinten), die Blätter sind in der Mitte gefalzt und mit offener Falz bogenweise in Viererlagen abgelegt. Er liegt in zwei vollständigen Exemplaren sowie einem Teil-Exemplar mit den Umbruchseiten 257-338 vor.

Der Romantext ist auf insgesamt 338 Buchseiten gesetzt, die Kursivpassagen durchbrechen mit Leerabständen den Text und sind durchgängig nach oben mehr abgegrenzt als nach unten.

Es ist von mindestens vier Ausfertigungen des Umbruchs auszugehen, von denen zwei im Juli 1961 an Uwe Johnson in die USA gingen und zwei ausschließlich im Verlag bearbeitet wurden. Der Versand erfolgte in zwei Etappen: da sich der postalische Austausch der Fahnenkorrekturen verzögert hatte, konnte der Umbruch mit dem letzten Viertel des Romans auf den Seiten 257-338 erst zehn Tage nach den ersten drei Vierteln verschickt werden.

Von Johnsons Korrekturexemplaren ist nur eines erhalten, das zweite muss als ermittelt, aber nicht erhalten gelten. Johnson arbeitete mit schwarzem Kugelschreiber, wobei er an wenigen Stellen noch Änderungen in Interpunktion und Wortwahl vornahm oder an Formulierungen feilte, zum überwiegenden Teil aber Änderungen nachtrug, die er bereits in den Korrekturfahnen eingezeichnet hatte und die von der Setzerei nicht umgesetzt worden waren. Zudem beklagte er einen unschönen Zeilenfall mit weiten Wortabständen.

Im Korrekturexemplar des Verlags haben (mindestens sechs) verschiedene Schreibhände mit (mindestens zehn) unterschiedlichen Stiften letzte Korrekturen, Änderungen und Satzhinweise eingetragen. Am Nacheinander der Handschriften ist zu erkennen, dass der Umbruch mehrere Verlagsabteilungen durchlaufen hat: Der für das Korrektorat verantwortliche Rocco glich den Umbruch mit den Fahnenkorrekturen ab. Verlagsmitarbeiter Grosse übertrug die zusätzlichen Änderungen aus Johnsons Autorexemplar – allerdings nur bis Seite 256. Die später versandten Seiten 257-338 weisen zwar sowohl im vollständigen Verlagsexemplar als auch im erhaltenen Teil-Exemplar handschriftliche Annotationen zu Zeilenfall und Absatzstruktur von Verlagsmitarbeitern auf, Johnsons Korrekturen aus dieser später versandten Lieferung wurden dagegen nicht in das Verlagsexemplar übertragen (wiewohl sie in der Erstausgabe sämtlich realisiert sind). Dafür ist das Verlagsexemplar des Umbruchs reich an Satzanweisungen und Annotationen fremder Hand, die einen kompletten Neu-Umbruch des Romans ausrechnete. Markierungen in Rotstift weisen darauf hin, dass Korrektor Rocco wiederum den abschließenden Abgleich zur Umsetzung der Korrekturen vornahm.

Erstausgabe

Erstausgabe, Suhrkamp Verlag 1961, Seite 26.

DBA EA

Die Erstausgabe von Das dritte Buch über Achim umfasst 337 Seiten – und damit eine Seite weniger als die vorangegangene Textstufe des Umbruchs.

Im Buch ist ein komplett anderer Seiten- und Zeilenumbruch realisiert als Johnson ihn mit dem Umbruch in den USA hatte prüfen können. Das gewünschte Leerzeilensystem, in dem die den Text strukturierenden Kursivpassagen nach oben mehr als nach unten abgesetzt sein sollten, ist in vielen Fällen nicht mehr realisiert. Ob Johnson den Neu-Umbruch nach seiner Rückkehr aus den USA am 22. August noch prüfen konnte, ist nicht dokumentiert; es ist anzunehmen, dass man sich mündlich verständigte.

Die Erstausgabe wurde in einer Auflagenhöhe von 5.000 Exemplaren gedruckt und am 31. August 1961 an den Buchhandel ausgeliefert.

Rostocker Ausgabe

Rostocker Ausgabe, Suhrkamp Verlag 2019, Seite 22.

DBA RA

Für die Rostocker Ausgabe wurde der Roman als verlässlicher Lesetext kritisch ediert, d.h., der Text wurde mit Blick auf den Autorwillen hergestellt und – wo nötig – aus den überlieferten Textstufen rekonstruiert.

Grundlage ist der von Johnson zum Druck freigegebene Text der Erstausgabe, in den nur an wenigen Stellen eingegriffen wurde, um eindeutige Druck- oder Satzfehler zu verbessern, die dem Autorwillen nachweislich nicht entsprechen, darunter das Leerzeilensystem rund um die Kursivpassagen. Im Emendationsverzeichnis ist jeder dieser Eingriffe nachgewiesen und die Entstehung des korrigierten Fehlers anhand der überlieferten Textstufen dokumentiert.

Typografie und Layout sind im Vergleich zur Erstausgabe modernisiert, der Romantext wurde neu gesetzt und umbrochen und verfügt daher über eine neue, andere Seitenzählung. Zudem ist er mit einem Zeilenzähler in Fünferschritten versehen.

2017
Werke 2


Herausgeber des Printbandes:

Katja Leuchtenburger und Friederike Schneider. Mit einem Nachwort von Sven Hanuschek, Katja Leuchtenberger und Friederike Schneider.

Auf den Schreibtisch
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Schriften 1

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Der digitale Schreibtisch der Uwe Johnson Werkausgabe ist eine Web-Oberfläche für die Arbeit mit den Texten Uwe Johnsons. Hier können die Werke, Schriften und Briefe der Rostocker Ausgabe, die sukzessive auf dieser Webseite freigeschaltet werden, gelesen, in ihrer Genese nachvollzogen, mit eigenen Anmerkungen versehen und mit anderen geteilt werden.

Die HTML-Darstellungen der einzelnen Textstufen eröffnen einen intuitiven Zugang zu den im Vergleich komplexeren, dem HTML zugrundeliegenden Transkriptionen in TEI-konformem XML, die ihrerseits von den Faksimiles der Textstufen erarbeitet worden sind.

Im HTML zu sehen ist eine zeichengenaue, abstrahierte Form der Texte, die im Original durch zahlreiche Arten von Texteingriffen gekennzeichnet sind. Im Wesentlichen wurden folgende Visualisierungen ausgewählt, um diese Texteingriffe auf dem Schreibtisch sichtbar zu machen:

  • Überschreibung (anklickbar): »vVon der Strasws
  • Hinzufügung in der Zeile: Sie horchten
  • Hinzufügung unter der Zeile: gegenüberwies uns gegenüber an und
  • Hinzufügung über der Zeile: hat Cresspahl aberkeinen Ton
  • Löschung durch Streichung: Plötzlich
  • Löschung ohne Streichung (anklickbar): (wie [∅]so weit geöffneten) Saaltüre
  • Umstellung: ob einer jetzt im November nochjetzt noch im November Ausreiseerlaubnis

Jegliche Randnotizen, unabhängig ihrer Position im Faksimile, werden auf der linken Seite dargestellt: Hier sind einerseits Hinzufügungen zum Haupttext notiert (in schwarzer Farbe) als auch Kommentare und Anmerkungen (in grauer Farbe).

In Textstufen, zu denen Kommentare verfügbar sind, wird mittels Unterstreichung zwischen textkritischen und Sachkommentaren unterschieden.

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Bei einem Endgerät ab einer Bildschirmbreite von 1365 Pixeln stehen zwei Schreibtischbereiche zur Verfügung. Jede Textstufe lässt sich wahlweise auf die linke oder rechte Schreibtischhälfte laden. Dies erleichtert den Vergleich verschiedener Textstufen.

Der Schreibtisch bietet weiterhin folgende Funktionen:

Image-Viewer: In den Textstufen MJI, MJII, MJIII und MJIV kann durch Klick auf das Symbol  neben der Blatt-/Seiten-Nummer das entsprechende Faksimile des Blattes/der Seite mit Hilfe des Image-Viewers angesehen werden. Bei der mit zahlreichen handschriftlichen Korrekturen und Überarbeitungen Johnsons versehenen Textstufe MJI hilft die Transkription im Bild beim Entziffern von Johnsons handschriftlichen Anmerkungen und Text-Überarbeitungen.

Lesezeichen: Sobald ein Text-Abschnitt mit der Maus markiert wird, öffnet sich das Kontextmenü. Mit Klick auf das Lesezeichen-Symbol  kann für die markierte Textstelle ein Lesezeichen angelegt werden. Im Lesezeichen-Menü können angelegte Lesezeichen gespeichert, exportiert und importiert werden.

Zitieren: Sobald ein Text-Abschnitt mit der Maus markiert wird, öffnet sich das Kontextmenü. Mit Klick auf das Zitier-Symbol  wird der markierte Text inkl. der Seiten- und Zeilenzahlen in die Zwischenablage kopiert. Die präferierte Zitierweise kann im Einstellungsmenü  definiert werden.

Speichern und Teilen: Um zu einem späteren Zeitpunkt mit allen geöffneten Texten, Scroll-Positionen, angewählten Zitiereinstellungen und Lesezeichen weiterzuarbeiten, lässt sich der Arbeitsstand des Schreibtisches im Browser speichern und als JSON-Datei exportieren. Es besteht so auch die Möglichkeit, den eigenen Schreibtisch mit anderen zu teilen. Das gleiche gilt für Lesezeichen, die separat, unabhänig vom Gesamtzustand des Schreibtischs gespeichert, exportiert und importiert werden können.

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Im Moment liegt die digitale Uwe Johnson-Werkausgabe in einer beta-Version vor: Die Funktionen des Schreibtisches befinden sich in einer Testphase und werden noch modifiziert und ergänzt. Sollten Sie Verbesserungsvorschlägen oder Anregungen haben, würden wir uns über eine E-Mail mit Ihren Hinweisen oder auch mit generellem Feedback sehr freuen (johnson-werkausgabe@uni-rostock.de). Das hilft uns, die Seite weiter zu verbessern.

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